Die WELT schreibt Schwachsinn – Wie Medien manipulieren

Zugegeben ist der folgende Fall nicht besonders neu, sondern von März 2007, trotzdem möchte ich über einen Artikel der WELT doch gerne ein paar Worte los werden. Es geht primär um das Thema Cannabis und den massiv ansteigenden Wirkstoffgehalt von Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC. Die WELT titelt dementsprechend “Cannabis wird immer gefährlicher“. Es folgt folgender Text.

Die NRW-Behörden warnen vor neuen Cannabis-Züchtungen, die immer stärker und damit gefährlicher werden. Insgesamt starben 2006 in Nordrhein-Westfalen 350 Menschen an Drogenkonsum, sagte Innenminister Ingo Wolf bei der Vorstellung des Drogenberichts.

Welcher unaufgeklärte Bundesbürger denkt denn jetzt nicht, dass im vergangenen Jahr 350 Menschen allein in NRW an Cannabis gestorben sind? In der Überschrift und im ersten Satz wird doch schließlich das ansteigende Gefahrenpotenzial von Cannabis thematisiert. Alles was folgt, ist eine abwechselnde Berichterstattung über Cannabis und Drogentote. Es wird der Eindruck erweckt, als ob diese beiden Themen unmittelbar zusammenhängen.

Die Wahrheit über Drogentote und potentes Cannabis

  • Die Wahrheit ist, dass nachweislich weltweit genau 0 (in Worten null) Menschen an den Folgen von Cannabis gestorben sind. Die Zahlen in der WELT beziehen sich wohl auf harte Drogen wie Heroin und Kokain.
  • Die Wahrheit ist, dass es zwar potenteres Gras gibt (bis zu 23% THC-Gehalt), daraus resultiert jedoch auch ein geringerer Konsum. Während sich in den guten alten Zeiten die Kiffer mit zwei Joints zudröhnen mussten und den Rauch lange in der Lunge hielten, reichen heute schon 2-3 Züge, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

All dies hat den WELT-Redakteur wohl wenig interessiert, dementsprechend niedrig ist auch das journalistische Niveau. Vielleicht hat man sich bei der WELT gedacht, dass die Nennung von Toten in einem Atemzug mit Cannabis bestimmt schön aufreisserisch ist. Das ist es auch, nur leider ist es auch eine bittere Manipulation der Leser, auf Kosten der gesellschaftlichen Aufklärung.


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